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Die Wände weiß, der Boden weiß, meine Kleidung. Weiß. Wie ich hier her kam? Ich habe zehn vielleicht auch zwanzig Menschen verletzt und viele davon auch umgebracht. Wieso? Ich habe alle von ihnen gehasst! Es war ein sonniger Dienstagmorgen. Ich hatte mich gerade angezogen, etwas gegessen und war auf dem Weg zu meiner Schule. Am Tag davor war ich mal wieder, wie so oft in den letzten zwei Jahren, tränenüberströmt nach Hause gekommen. Man hatte mich in den riesen Müllcontainer gesperrt. Ich stank danach wie eine ganze Müllhalde und alle lachten mich, ebenfalls wie so oft, aus. Ich kam also nach Hause und meine Mutter guckte mich an und fragte: „Na, hattest du heute Spaß?“ Okay, ich weiß nicht genau ob sie mich wirklich anschaute oder ob sie vielleicht doch nur auf unseren Tisch starrte, denn offensichtlich hatte sie nicht gemerkt wie ich aussah und vor allem nicht wie ich roch. Das war ich schon gewohnt und antwortete mit meiner fröhlichsten Stimme: „Ja klar, ich habe eine ganze Menge Müll beseitigt.“ Die Antwort darauf war ein einfaches „Schön.“ Und damit war die ganze Konversation des heutigen Tages mit meiner Mutter erledigt. Zuhause war es heute so ruhig wie noch nie und das gefiel mir sehr, sehr gut. Kein Gezanke meiner Eltern, kein Gemotzte meines Bruders und so überhaupt keinen Mucks von meiner kleinen Schwester. Mein Rucksack war heute etwas schwerer als sonst, ich hatte mir zwei Messer aus unserer Küche und eine Pistole aus unserem Waffenschrank geborgt und sie sorgfältig in den Tiefen meines Rucksacks versteckt. Ich betrat die Schule und war natürlich wieder das Gespött der ganzen Schülerschaft wegen den roten Ketchup Flecken auf meinem weißen Shirt. Ich ging schnell Richtung Toilette um sie auszuwaschen und begegnete auf dem Weg den arrogantesten Mädchen meiner Schule, die mir prompt bis dorthin folgten, natürlich nicht still, sie spukten mir lauter Schimpfworte entgegen. Da dachte ich mir: „Die werden zuerst sterben.“ Und so war es auch. Sobald die Türe der Toilette ins Schloss gefallen war und ich mich versichert hatte, dass nur ich und die drei Fashionistas im Raum waren, fing ich an, wie eine Verrückte, in meinem Rucksack zu kramen. Und schon hatte ich sie in der Hand, die zwei Messer, so schön silbrig glänzend und sauber. Ich stellte mich so vor die Türe, dass diese drei Weiber nicht an mir vorbei kämen, außer, sie wollten als Erste sterben. Und dann war es soweit, sie fingen hysterisch an zu schreien, doch für sie war es leider, leider zu spät. Der Ersten schnitt ich die Kehle durch, sie versuchte sich zwar zu wehren, aber mein jahrelanges Training machte sich endlich bezahlt, schon lag sie am Boden. Die zwei anderen begannen zu weinen und jetzt genoss ich es erst richtig. Ich fragte die beiden, wer es denn mehr verdient hatte zu leben und beide zeigten auf sich selbst. Tja, dort hört wohl die Freundschaft auf. Ich sagte ihnen, wer überleben wolle, müsse sich vor mir hinknien und sich bei mir entschuldigen. Und als sie da so beide vor mir knieten und um ihr Leben winselten, taten sie mir ein kleines Bisschen leid. Aber das ignorierte ich und rammte beiden zur gleichen Zeit ein Messer in den Nacken, drehte die Messer einmal und zog sie dann wieder raus. Was ein Anblick. Der Boden aus lauter weißen Fliesen bedeckt mit dem wunderschön roten Blut von drei sechzehn Jahre alten Mädchen. Für einen Moment ging es mir herrlich. Ich wusch die Messer ab und verstaute sie in meiner Tasche. Der Unterricht begann. Ich saß in der hintersten Ecke des Raumes um nicht wie sonst mit Papierkügelchen abgeworfen zu werden. Ich hatte meiner Lehrerin schon oft erklärt, warum ich es nicht mochte vorn zu sitzen und doch bat sie mich jede Stunde aufs Neue, doch bitte vorne Platz zu nehmen. Ich hasste sie und ihre verlogene Art, ihr arrogantes Lächeln und ihr selbstgefälliges Getue. Ich setzte mich also in die erste Reihe und stellte meinen Rucksack auf den Tisch. Und schon fing es an, die Beschimpfungen waren harmlos, aber Papierfetzen die immer wieder in meinen Haaren hingen und auf meinen Schultern klebten konnte ich nicht leiden. Ich fing also an in meinem Rucksack zu wühlen bin ich ihn spürte. Den Griff der Waffe meines Vaters. Ich wusste, dass sie immer geladen war und vor allem wusste ich, wie ich mit diesem Ding umzugehen hatte. Entsperren und feuern, ganz einfach. Ich holte die Waffe also aus meiner Tasche, sofort schrien alle auf, aber zu meinem Glück schloss meine Lehrerin immer pünktlich die Türe zu um jedem Zu-spät-Kommer den Unterricht zu verweigern. Ich zielte also auf meine Lehrerin und traf mit dem ersten Schuss direkt ihren Kopf. Sie fiel um wie ein Sack Mehl der zu schnell fallen gelassen wurde. Was ein angenehmes Gefühl zu wissen, dass diese Person nie wieder auch nur einen Mucks gegen mich sagen kann. Während ich mein Gefühl der Überlegenheit genoss, hatten sich alle meine Mitschüler in einer Ecke zusammen gerottet und versuchten sich, wie wir es gelernt hatten, zwischen Tischen und Stühlen zu verbarrikadieren. Allerdings gelang ihnen das nicht und so konnte ich noch ein paar von ihnen anschießen, bevor ich keine Patronen mehr hatte. Nun holte ich meine Messer raus und ging auf die Jugendlichen zu, die sich noch bewegten oder bewegen konnten. Sie schrien, doch ich stach gnadenlos auf die Menschen ein, die mich die letzten Jahre immer wieder verspottet hatten. Es machte mir eine riesen Freude Angst in den Augen von allen zu sehen, diese Angst, die ich doch Jahre lang vor ihnen verspürte. Irgendwann hatte ich keinen Spaß mehr daran denn alle waren verstummt. Ich hörte ein Klopfen gegen die Türe und wusste, dass es vorbei war, dass ich aufhören musste, so zu tun, als sei ich unverwundbar. Ich schrie also, ich täte mir leid, was in Wirklichkeit zwar falsch war, was aber niemand wissen musste und setzte mich auf den Boden, die Messer legte ich vor mir ab und wartete darauf, verhaftet zu werden. Der Polizeipsychologe befand mich für unzurechnungsfähig. Ich hätte Wochen vor meiner Tat schon Verhaltensauffälligkeiten gezeigt, so der Direktor meiner Schule. Mir konnte es nur Recht sein. Ich hatte das was ich wollte. Ruhe vor meinen Mitschülern und Lehrern, Ruhe vor meiner Familie. Wieso vor meiner Familie? Ich hatte sie umgebracht bevor ich zum letzten Mal mein Zuhause verließ. Die Ketschup Flecken waren Blut und es war nur so ruhig, weil meine Eltern, mein Bruder und meine Schwester regungslos in einer Blutlache im Wohnzimmer lagen. Ende

5.4.14 13:54

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